Signieren & Archivieren

Eine Unterschrift auf einem Plan kann dreierlei heissen: ein Name, ein Beleg oder ein Rechtsakt. Cloya trennt die drei sauber und macht das Ergebnis so, dass es in zwanzig Jahren noch prüfbar ist.

Vier Stufen, ein Dokument

Nicht jede Unterschrift muss vor Gericht halten. Die interne Freigabe eines Ausführungsplans braucht etwas anderes als die Eingabequittung ans Bauamt. Cloya bietet deshalb vier Wege, und der günstigste, der reicht, ist der richtige:

WegWas er aussagtWofür
Handschrift Ein Namenszug als Bild auf dem Plan. Keine Kryptographie. Visiert, Sichtvermerke, alles Interne
Siegel (SES/AES) An ein Zertifikat gebunden: jede spätere Änderung fällt auf. Büro-Freigaben, Versand an Dritte
Qualifizierte Signatur (QES) Der eigenhändigen Unterschrift rechtlich gleichgestellt. Baueingabe, Vollmachten, Private Kontrolle
Signatur anfordern Jemand anderes unterschreibt per E-Mail-Einladung. Bauherrschaft, Miteigentümer

Handschrift erfassen

Über Unterschrift setzen zeichnest du deinen Namenszug einmal (mit dem Stift, dem Finger oder der Maus) und platzierst ihn danach wie einen Stempel: verschieben, skalieren, rückgängig machen. Erfasste Unterschriften bleiben gespeichert und stehen auf allen deinen Geräten bereit; auf dem iPhone gezeichnet, auf dem Mac gesetzt.

Dieselbe Handschrift lässt sich auch in einen Stempel einsetzen (etwa „Geprüft" mit Datum und Namenszug) oder als sichtbares Erscheinungsbild einer kryptographischen Signatur verwenden. Das Bild ist dann die Optik, die Gültigkeit steckt darunter.

Mit Zertifikat siegeln

Hast du ein Zertifikat als .p12- oder .pfx-Datei, siegelst du damit direkt in Cloya. Das Ergebnis ist eine Signatur, die an dein Zertifikat gebunden ist: wer danach eine Zahl im Plan ändert, macht sie ungültig, und jeder PDF-Betrachter zeigt das an.

Der private Schlüssel verlässt dabei dein Gerät nicht. Cloya liest ihn aus der Datei, erzeugt die Signatur lokal und vergisst ihn wieder.

Qualifiziert signieren (QES)

Die qualifizierte Signatur ist in der Schweiz der eigenhändigen Unterschrift gleichgestellt (ZertES). Sie ist an deine Identität gebunden, nicht an ein Gerät. Deshalb hinterlegst du einmalig deinen Zugang zu einem anerkannten Signaturdienst und bestätigst jede Unterschrift auf dem Handy.

Der entscheidende Unterschied zum Signieren im Browser-Portal: du bereitest alles in Cloya vor (welche Seite, wo auf dem Plan, mit welchem Namen). Zum Signaturdienst geht anschliessend nur ein Fingerabdruck des Dokuments, ein paar Dutzend Bytes. Der Plan selbst verlässt dein Gerät nicht.

  1. Werkzeug Signieren (Fernsignatur) öffnen.
  2. Rechteck auf dem Plan setzen und den Namen eintragen.
  3. Auf dem Handy freigeben. Cloya zeigt dazu einen Prüfcode: dieselbe Zahl muss in der Wallet-App stehen. Stimmt sie nicht, gehört die Anfrage nicht zu deinem Dokument.
  4. Cloya prüft die frisch erzeugte Signatur sofort selbst und sichert eine signierte Kopie. Das Original bleibt unverändert.

Signatur bei jemand anderem anfordern

Soll die Bauherrschaft unterschreiben, forderst du die Signatur an: die Person bekommt eine E-Mail mit einem Link, unterschreibt dort und braucht dafür weder Cloya noch ein Abo: nur die einmalige Identifikation, die für jede qualifizierte Signatur gesetzlich vorgeschrieben ist. Mehrere Unterzeichnende in einer Anfrage sind möglich; jede sieht nur ihren eigenen Schritt.

Signaturen prüfen

Signaturen prüfen beantwortet für jede Signatur im Dokument die vier Fragen, auf die es ankommt:

  • Unverändert? Deckt die Signatur genau diesen Stand?
  • Wer? Name und Aussteller des Zertifikats.
  • Vertrauenswürdig? Führt die Kette bis zu einem Anbieter auf der offiziellen Schweizer Vertrauensliste?
  • Wann? War das Zertifikat zum Zeitpunkt der Unterschrift gültig, und gibt es einen verbürgten Zeitstempel?

Das ist dieselbe Prüfung, die eine Behörde bei der Trägerwandlung verlangt. Du kannst sie also vorwegnehmen, statt sie abzuwarten.

Archivtauglich machen

Eine Signatur ist heute prüfbar, weil sich Zertifikat und Sperrstatus im Netz nachschlagen lassen. In zwanzig Jahren ist das Zertifikat abgelaufen, der Sperrdienst abgeschaltet und der Anbieter vielleicht verschwunden. Dann lässt sich nicht mehr belegen, dass die Unterschrift damals gültig war. Für eine Baueingabe, die in einer Akte liegt, ist das kein theoretisches Problem.

Cloya legt deshalb direkt nach dem Signieren zwei Dinge ins Dokument:

  • den Sperrstatus der beteiligten Zertifikate (der Beleg, dass zum Zeitpunkt der Unterschrift keines widerrufen war);
  • einen Dokument-Zeitstempel einer Zeitstempelstelle, der bezeugt, dass Unterschrift und Beleg zu diesem Zeitpunkt vorlagen.

Beides passiert sofort und nicht später, denn der Sperrstatus muss aus der Zeit der Unterschrift stammen. Wer das Jahre später nachholt, belegt nur, dass das Zertifikat heute nicht gesperrt ist.

Was wo hingehört

Handschrift und Prüfung gibt es überall. Siegeln, qualifiziert signieren und Signaturen anfordern hängen am Tarif; welcher, steht unter Tarife & Freischaltung. Für die qualifizierte Signatur brauchst du zusätzlich einen Zugang bei einem anerkannten Signaturdienst: entweder deinen eigenen, dann rechnet er direkt mit dir ab, oder das im Tarif enthaltene Kontingent.